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Whisky für Einsteiger: 5 Empfehlungen für einen unkomplizierten Start

Der erste Whisky muss weder besonders teuer noch möglichst komplex sein. Viel wichtiger ist eine Flasche, mit der man herausfinden kann, welche Richtung einem überhaupt gefällt.

Whisky kann für Einsteiger zunächst ziemlich unübersichtlich wirken. Scotch, Irish Whiskey, Bourbon, Sherryfässer, Rauch, Torf, verschiedene Altersangaben und unterschiedlichste Herkunftsregionen sorgen schnell dafür, dass aus einer eigentlich einfachen Frage eine kleine Wissenschaft wird: Mit welchem Whisky sollte ich anfangen?

Meiner Meinung nach gibt es darauf keine einzelne richtige Antwort. Wer bisher kaum Spirituosen pur getrunken hat, braucht einen anderen Einstieg als jemand, der bereits Rum, Cognac oder andere kräftigere Spirituosen kennt. Und wer eigentlich nur einen guten Whiskey für einen Cocktailabend sucht, muss ebenfalls nicht mit einer komplexen schottischen Abfüllung anfangen.

Deshalb habe ich hier bewusst fünf sehr unterschiedliche Möglichkeiten ausgewählt. Vom süßen Whiskey-Likör über unkomplizierte Sipper bis hin zu einem deutlich komplexeren Sherry-Whisky ist für verschiedene Ausgangspunkte etwas dabei.

Mein Tipp für Einsteiger:

Versuch am Anfang nicht herauszufinden, welcher Whisky angeblich der beste ist. Such lieber eine Flasche, die dir verschiedene Aromen zeigt, ohne dich direkt zu überfordern. Danach kannst du wesentlich gezielter entscheiden, in welche Richtung du dich weiterprobieren möchtest.

Was macht einen guten Einsteiger-Whisky aus?

Gerade beim ersten puren Whisky würde ich nicht automatisch zur intensivsten oder außergewöhnlichsten Flasche greifen. Sehr viel Rauch, kräftige Holznoten oder ein hoher Alkoholgehalt können spannend sein – machen den Einstieg aber nicht unbedingt einfacher.

Für mich sollte ein guter Einsteiger-Whisky vor allem zugänglich sein. Das bedeutet nicht, dass er langweilig sein muss. Vielmehr sollten die einzelnen Aromen einigermaßen klar erkennbar sein und der Alkohol nicht alles andere überdecken.

Besonders angenehm sind deshalb häufig weichere und leicht süßliche Aromen wie Vanille, Karamell, Honig oder reife Früchte. Wer schon etwas mehr Erfahrung mitbringt, kann sich anschließend an deutlich komplexere Fass- und Fruchtnoten herantasten.

Jura 12 – von allem etwas

Wenn ich jemandem einen Whisky geben müsste, der zunächst herausfinden möchte, welche Richtung ihm grundsätzlich gefällt, wäre der Jura 12 einer meiner ersten Kandidaten.

Seine Stärke ist für mich gleichzeitig seine größte Schwäche: Er kann von allem etwas, geht aber bei kaum einer Richtung besonders tief. Genau deshalb finde ich ihn für Einsteiger so interessant. Er bietet verschiedene Eindrücke, ohne dass eine einzelne Aromatik den gesamten Whisky dominiert.

Für einen erfahrenen Whiskytrinker kann das möglicherweise etwas oberflächlich wirken. Als Einstieg sehe ich darin aber einen klaren Vorteil. Man bekommt einen ersten Eindruck davon, welche Aspekte einem gefallen und kann anschließend gezielter weitersuchen.

Gefällt dir beispielsweise die fruchtigere Seite besonders gut, kannst du später stärker in Richtung Sherryfass gehen. Interessieren dich dagegen Fass- und Holznoten mehr, lässt sich auch dort problemlos weiterforschen.

Jura 12

Ein unkomplizierter Allrounder, der verschiedene Seiten von Whisky zeigt, ohne eine davon zu stark in den Vordergrund zu stellen – für mich ideal, um den eigenen Geschmack zu erkunden.

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Natterjack – unkompliziert, weich und angenehm süßlich

Wer einen Whiskey sucht, bei dem man nicht erst zehn Minuten über jedes einzelne Aroma nachdenken muss, sollte sich den Natterjack einmal genauer ansehen.

Für mich stehen hier vor allem Vanille und Karamell im Vordergrund. Insgesamt wirkt er rund, weich und angenehm unkompliziert. Gerade diese klare Aromatik macht ihn für mich zu einem sehr guten Whiskey für Einsteiger.

Statt direkt mit einer Vielzahl intensiver Fass-, Frucht- oder Gewürznoten konfrontiert zu werden, bekommt man einen Whiskey, bei dem man relativ schnell versteht, was im Glas passiert. Dadurch eignet er sich sehr gut, um sich erstmals bewusst mit dem puren Genuss auseinanderzusetzen.

Gleichzeitig würde ich ihn nicht ausschließlich Einsteigern empfehlen. Auch mit mehr Erfahrung gibt es Abende, an denen ich keine besonders komplexe Spirituose analysieren möchte. Manchmal möchte man einfach einen Whiskey einschenken, der unkompliziert funktioniert und einem nicht besonders viel abverlangt. Genau dafür finde ich den Natterjack ebenfalls sehr passend.

Natterjack Irish Whiskey

Rund, sanft und geprägt von Vanille und Karamell – ein unkomplizierter Sipper für Einsteiger und genauso passend für Abende, an denen es einfach entspannt sein soll.

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Glendronach 12 – wenn es etwas komplexer werden darf

Der Glendronach 12 geht für mich bereits einen deutlichen Schritt weiter. Durch seinen starken Sherryfass-Einfluss bekommt man hier eine wesentlich ausgeprägtere Fruchtigkeit und eine leichte Süße.

Gleichzeitig kommt mehr Tiefe ins Spiel. Neben den kräftigen Fruchtnoten zeigen sich auch leichte Holzanklänge, wodurch das Aromenspiel deutlich vielschichtiger wird als bei den beiden vorherigen Empfehlungen.

Genau deshalb würde ich ihn allerdings nicht unbedingt jemandem als allererste pur getrunkene Spirituose geben. Mit seinen 43 % Vol. bringt er etwas mehr Alkohol mit und auch geschmacklich passiert im Glas deutlich mehr.

Den Alkohol empfinde ich durch seinen grundsätzlich etwas süßeren und fruchtigeren Charakter zwar nicht als besonders aggressiv. Wer jedoch überhaupt keine Erfahrung mit dem puren Genuss von Spirituosen hat, könnte sowohl vom Alkoholgehalt als auch von der Aromendichte zunächst etwas überfordert sein.

Für Einsteiger, die bereits ein paar Whiskys probiert haben oder generell schon häufiger Spirituosen pur trinken, ist er für mich dagegen eine hervorragende Möglichkeit, sich erstmals an einen komplexeren Whisky heranzutasten.

Glendronach 12

Intensive Fruchtigkeit, leichte Süße und erste deutlichere Holznoten – für mich der nächste Schritt, wenn unkomplizierte Einsteiger-Whiskys langsam etwas zu wenig bieten.

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Irish Mist Honey – der sanfteste Einstieg

Nicht jeder muss direkt mit einem klassischen Whisky beginnen. Wer bisher beispielsweise eher Liköre oder süßere Spirituosen trinkt, findet mit dem Irish Mist Honey einen deutlich sanfteren Übergang.

Irish Mist ist ein Likör auf Whiskey-Basis. Wie man es von vielen irischen Whiskeys kennt, empfinde ich die Grundlage als vergleichsweise leicht und frisch. Im Mittelpunkt steht hier aber ganz klar die Honignote.

Trotzdem schmeckt er für mich nicht einfach nur nach süßem Honiglikör. Die ursprüngliche Whiskey-Basis bleibt erkennbar und genau das macht ihn für Einsteiger interessant. Man bekommt bereits einen Eindruck von Whiskey, ohne direkt dessen volle Intensität serviert zu bekommen.

Mit 35 % Vol. ist er zusätzlich vergleichsweise einsteigerfreundlich. Durch die deutliche Süße tritt der Alkohol geschmacklich noch weiter in den Hintergrund.

Wer bisher kaum hochprozentige Spirituosen pur getrunken hat, kann sich von hier aus langsam weiterentwickeln – beispielsweise zunächst zu einem milden Irish Whiskey und später zu kräftigeren Abfüllungen.

Irish Mist Honey

Süßer Honiglikör auf Whiskey-Basis, bei dem die Ursprungsspirituose trotzdem erkennbar bleibt – ein besonders sanfter Einstieg für Menschen ohne viel Erfahrung mit puren Spirituosen.

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Paddy – wenn der Einstieg über Cocktails kommt

Whisky muss man natürlich nicht zwingend pur kennenlernen. Für viele Menschen ist ein Whiskey Sour, Highball oder ein anderer Whiskey-Cocktail wahrscheinlich sogar der angenehmere erste Kontakt.

Genau hier kommt für mich der Paddy Irish Whiskey ins Spiel. Er ist frisch, unkompliziert und bietet ein sehr ordentliches Verhältnis aus Preis und Genuss.

Gleichzeitig empfinde ich ihn als deutlich weniger prägnant als viele Bourbons. Gerade in einer gemischten Gruppe kann das ein Vorteil sein: Der Whiskey gibt dem Drink zwar seinen Charakter, drängt sich aber nicht so stark in den Vordergrund.

Deshalb finde ich Paddy besonders interessant für Cocktailabende, bei denen sowohl erfahrene Whiskeytrinker als auch komplette Einsteiger am Tisch sitzen. Er ist unkompliziert genug für jemanden, der Whiskey bisher kaum kennt, funktioniert gleichzeitig aber problemlos als solide Basis für klassische Drinks.

Wer anschließend merkt, dass ihm die Whiskey-Aromatik gefällt, kann sich von dort immer noch langsam an den puren Genuss herantasten.

Paddy Irish Whiskey

Frisch, preislich unkompliziert und weniger dominant als viele Bourbons – für mich eine sehr gute Whiskey-Basis für Cocktailabende mit Einsteigern und Fortgeschrittenen.

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Es gibt nicht den einen richtigen Einstieg

Gerade bei Whisky wird meiner Meinung nach manchmal so getan, als müsste der Einstieg nach einem festen Muster funktionieren. Erst dieser Whisky, danach jener und irgendwann darf man sich an die besonders komplexen Abfüllungen heranwagen.

Das halte ich für unnötig. Wenn dir ein unkomplizierter Irish Whiskey besser gefällt als ein komplexer Scotch, ist das vollkommen in Ordnung. Wenn du Whisky zunächst ausschließlich in Cocktails trinken möchtest, genauso. Und wenn dir ein süßer Whiskey-Likör den ersten Zugang ermöglicht, spricht ebenfalls nichts dagegen.

Das Wichtigste:

Whisky muss am Anfang nicht möglichst komplex sein. Eine gute Einsteigerflasche sollte dir vor allem dabei helfen herauszufinden, was dir schmeckt. Die komplizierteren Fragen nach Fassarten, Regionen oder Herstellungsverfahren werden interessant, sobald du weißt, welche Richtung du überhaupt weiterverfolgen möchtest.

Fazit

Für einen klassischen Einstieg in den puren Genuss finde ich den Jura 12 besonders interessant, weil er verschiedene Richtungen andeutet, ohne eine davon zu sehr auszureizen. Der Natterjack ist dagegen meine Wahl, wenn es besonders rund, unkompliziert und vanillig-karamellig sein soll.

Wer bereits etwas Erfahrung mit puren Spirituosen hat und mehr Komplexität sucht, bekommt mit dem Glendronach 12 deutlich intensivere Frucht-, Sherry- und Holznoten.

Der Irish Mist Honey eignet sich wiederum hervorragend als Übergang vom Likör zum Whiskey, während ich den Paddy vor allem für Einsteiger interessant finde, die Whiskey zunächst über Cocktails kennenlernen möchten.

Am Ende ist deshalb weniger entscheidend, welcher dieser Whiskeys objektiv der beste ist. Viel wichtiger ist die Frage: Welcher davon passt zu deinem bisherigen Geschmack und zu der Art, wie du Whiskey kennenlernen möchtest?

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